Gemeinsam unsere Ortskerne stärken
Aus Leer wird Mehr - Leerstände aktiv nutzen
Die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg steht vor wachsenden Herausforderungen durch zunehmende Leerstände, insbesondere in den Ortskernen. Die Verbandsgemeinde hatte dazu ein Leerstandskataster aufgebaut und Sanierungsgebiete in allen Ortsgemeinden ausgewiesen. Trotz dieser Maßnahmen bestand weiterhin ein dringender Handlungsbedarf, um dem Verfall ortsbildprägender Gebäude entgegenzuwirken, Baulücken zu schließen und bestehende Immobilien sinnvoll weiterzuentwickeln.
Ziel ist es, ungenutzten Wohnraum zu aktivieren, den Flächenverbrauch zu minimieren und das Dorfleben durch eine nachhaltige Innenentwicklung zu stärken. Dabei geht es nicht nur um Gebäude, sondern um die langfristige Sicherung von Lebensqualität, Identität und sozialem Zusammenhalt in unseren Ortsgemeinden.
Da diese komplexen Aufgaben von der Verwaltung allein nicht dauerhaft bewältigt werden können, wurde im Rahmen eines LEADER-Modellprojekts die Stelle der Dorfumbaumanagerin geschaffen. Sie fungiert als zentrale Ansprechperson, Koordinatorin und Kümmerin vor Ort und begleitet die Umsetzung bestehender Konzepte zur Innenentwicklung und Leerstandsaktivierung.
Die Dorfumbaumanagerin unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer bei Fragen zu Sanierung und Umnutzung, gibt Empfehlungen zu Fördermöglichkeiten und begleitet Projekte.
Was ist Leerstand?
Leerstand bezeichnet den Zustand, in dem bauliche Anlagen – insbesondere Wohnhäuser, Wohnungen oder ehemals genutzte Gewerbegebäude – über einen längeren Zeitraum ganz oder überwiegend ungenutzt sind. In der Stadt- und Dorfentwicklung gilt Leerstand als Hinweis auf strukturelle Veränderungen und nicht ausgeschöpfte bauliche Potenziale.
Warum schadet Leerstand?
Bauliche Folgen
Unbewohnte Gebäude kühlen aus, Feuchtigkeitsschäden nehmen zu, die Bausubstanz verfällt schneller. Hohe Sanierungsrückstände erschweren spätere Nutzung.
Städtebauliche Folgen
Leerstehende Gebäude schwächen das Ortsbild, prägende Gebäude gehen verloren. Abriss und Neubau werden wahrscheinlicher – oft zulasten historischer und identitätsstiftender Substanz.
Ökologische Folgen
Abriss und Neubau verbrauchen Ressourcen und verursachen hohe CO₂-Emissionen. Der Erhalt und die Weiternutzung bestehender Gebäude sind wichtige Beiträge zum Klimaschutz.
Weiterführende Links und Beiträge
- SWR: Erste Dorfumbaumanagerin kämpft gegen Dorfsterben in der Westpfalz
- Dorfumbaumanagerin soll gegen Leerstand und Landflucht helfen – tagesschau.de
- ARD Mediathek / Morgenmagazin: Dorfumbaumanagerin krempelt das Landleben um
- Frankfurter Rundschau: Eine Dorfumbaumanagerin bringt junge Menschen mit alten Häusern zusammen
- Focus Online: Dorfumbau-Managerin belebt Gemeinde wieder
- Die Rheinpfalz: Modell-Projekt – Kümmerin in Sachen Wohnraum



