Umfrage zum Kommunalen Crowdfunding

Im Anschluss an die erfolgreiche Kampagne zur Finanzierung der Solarkühlschränke am Reiser Berg wollte die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg mehr über die Spenderinnen und Spender erfahren. Gemeinsam mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und der Universität Speyer führte sie eine Umfrage unter allen Teilnehmenden durch. Die Umfrage fand im Zeitraum vom 10. bis 24. März 2022 online statt. 152 Personen nahmen insgesamt teil, 110 Fragebogen wurden vollständig ausgefüllt und konnten ausgewertet werden. „Das ist eine sehr hohe Quote, die zeigt, wie stark das Interesse der Bevölkerung ist“, freut sich Bürgermeister Harald Westrich.

Projekt wird positiv bewertet

Die überwiegende Mehrzahl der Befragten ist mit dem Ergebnis des Crowdfunding-Projektes zufrieden und sieht die Erwartung an das Vorhaben in der Umsetzung erfüllt. Zufriedenheit gibt es auch ganz überwiegend beim Thema Kommunikation durch die Verbandsgemeinde. „Hier hat das Projektteam offenbar gut gearbeitet“, freut sich Harald Westrich. Rund 84 % wussten, dass die Verbandsgemeinde das Projekt initiierte und für diese verantwortlich zeichnete. Circa 82 % fühlten sich gut bis sehr gut über die Verwendung der Spendengelder informiert. Und ca. 77 % sahen sich gut bis sehr gut über das Projekt insgesamt informiert.

Viele Unterstützer und gleichmäßige Altersverteilung

Von den 110 Personen haben sich 43 % aktiv am Projekt beteiligt, also Geld gespendet oder das Projekt auf andere Weise unterstützt. Gut die Hälfte (51 %) sind weiblich und ca. 45 % männlich (Rest: keine Angabe). Rund 71 % sind verheiratet.

Die Altersverteilung ist recht gleichmäßig, mit rund einem Viertel sind die 50-59-Jährigen die größte Altersgruppe. Lediglich Personen unter 30 Jahre und über 70 Jahre sind etwas unterrepräsentiert. Was aber angesichts des Projektziels und des eher geringen Einkommens bei jungen Menschen nicht überrascht.

Spenden und Aktive aus der Region

Bei den Befragten zeigt sich eine starke Verbundenheit mit der Region und das Interesse, diese mitzugestalten. Die Mehrzahl der Teilnehmenden war schon vorher für die Gemeinschaft und in der Gemeinde ehrenamtlich aktiv (60 %). Ca. 81 % der Teil­nehmenden kommen aus der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, schwerpunktmäßig aus den aus den direkt angrenzenden Ortsgemeinden sowie aus Otterberg und Otterbach. Hier spiegelt sich die räumliche Nähe zu den Solarkühlschränken sowie die Identifikation mit dem Projekt und der Gemeinden. Die Teilnehmenden, die sich selbst nicht am Projekt beteiligt haben, nannten hierfür insbesondere „Keine Zeit“ und eine fehlende Bereitschaft oder finanzielle Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen, als Gründe.

Mehrheit wünscht Fortsetzung

Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Fortsetzung des Crowdfundings durch die Verbandsgemeinde bzw. durch die Ortsgemeinden. Lediglich ca. 12 % der Befragten lehnen eine Fortsetzung ab. Ca. 44 % der Teilnehmenden wünscht sich künftig, stärker inhaltlich einbezogen zu werden, wenn die Crowdfunding-Ziele bestimmt werden. Dazu haben bereits jetzt viele Befragte Vorschläge gemacht, die vom Projektteam systematisiert und ausgewertet werden. „Das sind wertvolle Hinweise für unsere kommunalpolitische Arbeit“, analysiert Bürgermeister Westrich. „Es freut mich natürlich besonders, wenn Wünsche kommen, die wir bereits umsetzen wie etwa Ladestationen.“